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Artists: Eric Ross, Jens P. Carstensen
Pressetexte: Eric Ross: Interview by Julie Pinsonneault in One Final Note June 2002

Unerhoert 55 Music for Theremin
30.05.2003 20 Uhr Pferdestall Bremerhaven
Unerhört 55 -
„Musik für Theremin“
„Musik für Langsaite und Theremin"
Der New Yorker Musiker und Komponist Eric Ross ist im Mai zu Gast bei Unerhört. Eric Ross spielt ein Konzert auf dem Theremin, einem der ersten elektronischen Musikinstumente, das vielen Filmen aus den 50er und 60er Jahren einen seltsamen elektronischen Sound verlieh. Neben dem Theremin kommen auch Gitarre, Klavier und eine Reihe von Synthesizeren zum Einsatz. Die Performance wird untermalt von Videos, die seine Frau Mary Ross produziert hat.
Seit mehr als zwanzig Jahren leitet Eric Ross Ensembles im Bereich Jazz und Neue Musik. Er arbeitete u.a. mit John Abercrombie, Larry Coryell, Andrew Cyrille, Oliver Lake, Leroy Jenkins, New Music Virtuosos, Youseff Yancy, Lydia Kavina, Robert Dick. Aufführungen seiner Werke u.a. im Lincoln Center, Newport Jazz Festival, Kennedy Center, DC; Montreux Jazzfestival, Berlin Jazz Festival, Brüssel, Palais des Beaux Arts, Kopenhagen New Music Festival. Zuletzt veröffentlichte zwei neue Cds: "Live at Berlin JazzFest" und "Mars2Earth". Die New York Times beschreibt seine Musik als "einmalige, unverwechselbare Mischung aus Klassik, Jazz, Neutönigkeit und Avantgarde."
Eric Ross - Home

In Bremerhaven stellt Ross eine Soloperformance vor. Für den zweiten Teil wird eine „Musik für Langsaite und Theremin“ mit Jens Carstensen (Langsaite) vor Ort entwickelt.
Die Langsaiteninstallationen von Jens Carstensen machen den Schall für Auge, Ohr und Körper erlebbar. Ein 15 m langer Stahldraht – quer gespannt durch den Aufführungsraum - wird mittels eines Tieftongemisches u.a. im Infraschallbereich elektronisch in Schwingungen versetzt. Ausgangspunkt für die Kompositionen ist die Auffächerung des Klanges in seine spektralen Anteile und deren Transposition in den für das menschliche Ohr hörbaren Bereich. Bei geeigneten räumlichen Bedingungen kann der Zuhörer sich durch die sich aufbauenden Klangwellentäler und -berge bewegen. Sound Navigation And Ranging, also sich orientieren und verorten, werden bei den SONAR – Langsaitenkonzepten zum Erlebnis.
Jens Carstensen - Home

Das Konzert wird von Radio Bremen (Nordwest Radio) mitgeschnitten.

Kaum ein anderes Instrument vermag den Zuschauer so zu beeindrucken wie das Theremin, das einzige Musikinstrument, das vollkommen berührungsfrei bedient wird. Der Musiker „dirigiert“ sein Instrument alleine durch die Bewegungen der Hände. Dieser „magische“ Vorgang hat dem Theremin eine bleibende Position in der Musikgeschichte verschafft. Sein Erfinder Lev Sergejewitch Termen wurde 1896 in St. Petersburg geboren. Er studierte Physik an der Universität Petrograd und Cello am St. Petersburger Konservatorium. Diese ungewöhnliche Kombination führte ihn in das Labor für elektrische Schwingungen im Leningrader Technischen Institut. Um 1920 präsentierte er seine prägende Erfindung. Aufgrund des großen Erfolges begann er 1927 eine Europatournee als Musiker, in deren Verlauf er 1928 in die USA kam und sich dort niederließ. Dort amerikanisierte er die Schreibweise seines Namens zu Leon Theremin. In den USA erhielt er ein Patent auf das Theremin und verkaufte die Lizenz an RCA, die viele Jahre lang eine stattliche Anzahl an Instrumenten produzierte. 1938 kehrte er in die Sowjetunion zurück. Theremin wurde verhaftet und nach verschiedenen Arbeitslagern an eine Akademie für gefangene Wissenschaftler in Moskau geschickt. Offenbar während der Gefangenschaft erfand er für den KGB eine Wanze, mit der sich aus großer Entfernung Gespräche mithören ließen. Mit Hilfe von Infrarotstrahlen konnte er die Vibrationen von Fensterglasscheiben wahrnehmen und in Sprache umwandeln. 1963 wurde er Direktor der Abteilung für akustische Forschung am Moskauer Konservatorium. Im Zuge der politischen Wende der späten 80er Jahre öffnete sich auch für ihn wieder der Westen, er war gerne gesehener Gast auf vielen elektronischen Festivals. Im hohen Alter von 97 Jahren starb er 1993 in Moskau. Das Instrument ist ein großes Stehpult mit zwei Antennen, links eine kreisförmig gebogene, rechts eine gerade und wird durch Bewegungen der Hände gesteuert Die eine Hand steuert die Tonhöhe, die andere die Lautstärke. Technik: Eigentlich ist die Klangerzeugung des Theremins kein besonderes Geheimnis: Ein Hochfrequenzoszillator gibt eine konstante Frequenz von etwa 170 kHz ab, ein zweiter lässt sich im Bereich von etwa 168 bis 170 kHz steuern. Diese Steuerung funktioniert mittels einer Antenne, die ein elektrisches Feld erzeugt. Die menschliche Hand verändert die Kapazität dieses Feldes und bewirkt somit eine Steuerung des zweiten Oszillators. In einer Mischstufe ergibt sich aus den beiden Frequenzen eine Differenzfrequenz, die im hörbaren Bereich liegt. Komponisten wie Edgar Varese und John Cage pflegten Kontakt zu Theremin und schrieben Stücke für sein Instrument. In der Popmusik haben die Beach Boys, Portishead, Led Zeppelin das Theremin eingesetzt. Als Klangeffekt ist es beliebt in vielen Horror- und Sci-Fi-Filmen der 20er und 30er Jahre in Filmen wie „The Day the Earth stood still“ (1951), „It came from outer Space“ (1953), „Ed Wood“ (1994), „Spellbound“ (Alfred Hitchcock, 1945), „The Lost Weekend“ (Billy Wilder, 1945), „King Kong“ (1933) und vielen anderen. Im Theater setzte es Tom Waits in „Alice in Wonderland“ ein. Eric Ross (New York) spielt das Theremin seit 1975. Er schreibt Musik für Radio, Film und TV. Er traf Lev Theremin 1991 in New York.
theremin.info
DasTheremin




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